Gesprächsrunde bei der Märkischen Kiste

Berlin - "Bunt wie die Märkische Kiste ist die Runde", sagt Sabine Scholz begeistert beim Anblick ihrer elf Gäste, die am 14. November zum zweiten Runden Tisch des Berliner Bio-Lieferservices zusammen gekommen waren.

1997 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Scholz die Märkische Kiste gegründet, die mittlerweile mit 40 Mitarbeitern über 3.000 Haushalte, Kitas und Büros wöchentlich mit frischen Bio-Lebensmitteln beliefert. "Die Nachfrage nach unserem Angebot ist im letzten Jahr stark gewachsen", kann sie ihren Partnerbetrieben berichten, "doch unsere Regionalquote von 50 Prozent konnten wir halten. Was wir aus der Region bekommen können, kommt auch in die Kiste!" Und immer mehr von fair & regional-Betrieben, etwa Rindfleisch von Gut Peetzig, Hähnchen vom Bauernhof Weggun, Brot und Kuchen von Märkisches Landbrot und Beumer & Lutum sowie Gemüse, Obst und Kartoffeln von der Gärtnerei Watzkendorf, dem Jahnsfelder Landhof und dem Biohof Klass. Ergänzt wird das Sortiment von Terra Naturkost sowie überregionalen Großhändlern, um hundertprozentige Liefersicherheit zu gewährleisten. Sabine Scholz erklärt, warum das notwendig ist: "Wir ticken vollkommen anders als ein Bioladen. Wenn wir etwas bestellen, ist es schon verkauft!" Doch wie lange die Nachfrage des wachsenden Berliner Biomarktes nach regionalem Gemüse noch aus der Region gedeckt werden? Sabine Kabath von der Gärtnerei Watzkendorf erklärt: "Wenn ich 10 Hektar Fläche dazu pachten möchte, brauche ich zehn Arbeitskräfte und einen Fahrer zusätzlich. Wo kriege ich die her? Dazu Beregnung und weitere Infrastruktur." Die anderen am Tisch nicken, Fachkräftemangel ist ein großes Thema, ebenso die Auswirkungen der Trockenheit und die Frage, wie gärtnern unter den Bedingungen des Klimawandels weiterhin möglich sein wird. "Nur mit Beregnung, Pumpen, Kühllagern, also weiterem Energieeinsatz", verdeutlicht Martin Hänsel das Dilemma. Im intensiven Gespräch kommt jeder zu Wort, auch über Betriebsnachfolge wird gesprochen, die andere Arbeitshaltung der nachfolgenden Generation, faire Preise und adäquate Löhne, die gute Leute in der Landwirtschaft halten und ihnen eine Perspektive bieten können. Die anonyme Abstimmung am Ende ergibt, dass die Handelsbeziehung von allen als fair erlebt wird, die Märkische Kiste darf das fair & regional-Logo damit weiter nutzen. Die Stimmen aus der Schlussrunde bestätigen den Wert eines solchen Runden Tisches im Rahmen des Märkischen Wirtschaftsverbundes: "Schön, dass hier Probleme angesproche werden können! Angenehme Atmosphäre. Gespräche auf Augenhöhe vom Landwirt bis zum Wiederverkäufer! Man trifft sich viel zu selten, wie gut ist es, so miteinander zu sprechen!"